Yang Jun, 6. Generation Yang-Familie - Fragen & Feedback

Lobby-Verbände und Sozial-Medien bieten nur einseitig geschönte Bilder

Erst übergeordnete Sehweisen mit Faktencheck ermöglichen "richtig Lernen und Lehren"

Aufklärung darüber sichert Qualität und Teilnehmerschutz in deutscher Tai-Chi-Lehrer-Ausbildung

Großmeister Yang Jun  und die neuere Entwicklung des Yang-Family-Taijiquan

Meine Kritik möchte ich schildern am Beispiel seines führenden Clan-Vertreters nämlich Yang Jun. Wie so oft spielen auch hier Familien-Politik /politcal correctness und rückwärtsgewandte Verbandspolitik eine signifikante Rolle. Wie bei anderen Ikonen der Yang-Familie auch existieren bzgl. Yang Jun diametral entgegengesetzte Beurteilungen seiner Persönlichkeit, seiner Mission und seiner Arbeitsweise. Man ist fast versucht zu glauben, es handele sich um zwei unterschiedliche Menschen. Dr. Langhoff setzt sich mit seinem kritischem Urteil ab von den allseits bekannten einseitigen Hofberichtserstattungen. Der Experte bietet damit ein dringend notwendiges Korrektiv und bietet darüberhinaus wichtige Einblicke in einen inszenierten Personenkult, der über bloße Vermarktung und verlorengegangene Glaubwürdigkeit weit hinausgeht.

Sein Dilemma: Mit der Übernahme des Erbes sind weit in die Vergangenheit zurückreichende Problematiken verbunden, für die der "jüngste Großmeister" selbst nicht verantwortlich ist. Es reicht zurück in die Vergangenheitbis zu Yang Chengfu, der die Zurückhaltung in der Familie aufgab und der Entscheidung von Yang Shouchung, nach Hongkong zu übersiedeln und dort die traditionelle Form öffentlich zu lehren.

Großmeister Yang Jun - Heilsbringer zwischen Folklore und Fundamentalismus

 

Müßte ich eine psychologische Persönlichkeitsstudie erstellen über den "Großmeister aus Seattle", so würde ich wohl in Anlehnung an ein Precht-Buch fragen "Wer bin ich und wenn ja wie viele". Mit anderen Worten: Ich würde zu ganz anderen Ergebnissen kommen als die überall kursierenden Loblieder seiner Gefolgschaft. Das ist natürlich kein Wunder, da ich einen objektiv-westlichen Ansatz vertrete und der Meister einen esoterisch-östlichen. Bei Yang Jun muss ich unweigerlich an das Schauspiels "Des Kaisers neue Kleider" denken. Bekanntlich geht es darin um die (fehlende) Kritik an Leichtgläubigkeit und unkritische Akzeptanz angeblicher Autoritäten. Doch das Yang-Jun-Gefolgschaft behandele ich an anderer Stelle.

Wie tickt der Urenkel von Yang Chengfu wirklich? Warum ist seine Entwicklung auf diese Art verlaufen? Worauf gründet er seine Rolle als angebliche Botschafter der Gesamtfamilie? Und last not least: Wird er selbst die Fehlentwicklungen des "Yang Chengfu Center Syndroms" korrigieren? Meine Einschätzung dazu vorweg: Nein - viel wahrscheinlicher ist meine Prognose, dass dies nur dem von mir initiierten "Arbeitskreis Yang Chengfu Center Hamburg" gelingen wird. Auf der Seite Arbeitskreis Yang Chengfu Center Hamburg können sich interessierte Yang-Stilisten ein noch umfassenderes eigenes Bild zu machen anhand ausgewählter Zitate. Deshalb möchte ich hier lediglich dasjenige auflisten, das den deutlichsten Einblick gewährt hinter die Kulissen des Schauspiels "Des Kaisers neue Kleider".

Aus meiner Warte steht der gegenwärtige, von Yang Zhenduo ernannte Linienhalter für Guru-Tum, Folklore und Fundamentalismus. Die Mission seiner "International Association" weist ihn aus als selbsternannten Heilsbringer, der zu nichts Geringerem angetreten ist als der Menschheit zu helfen. Sein Esoguru.com-Webauftritt bringt seine Botschaft gut auf den Punkt. Ein solcher Ansatz ist völlig unvereinbar mit dem westlichen Bildungsbereich. Wer ihn unverändert übernimmt, disqualifiziert sich m. E. selbst. Leider ist dies der Normalfall - wohl auch wegen des Wude-Moralkodex. Worte und Taten des "Seattle-Clans" stoßen in seinem Umfeld selten auf Kritik - dort schätzt man "gefühlte Fakten", Theaterdonner und inszenierte Hypes mehr als Expertise, Belege und Argumentation. Offenbar möchte man in dieser "heilen Welt" nicht aufwachen - sondern ein bißchen besser träumen!

Das "Tai Chi Zentrum Hamburg eV" als Alternative für "Yang-Chengfu-Tai-Chi-Center"

Als Geschäftsführer des Tai Chi Zentrum Hamburg eV möchte ich damit nicht verwechselt werden. Im Gegenteil empfinde ich meine Arbeit als notwendiges Korrektiv zur Arbeit der Association, ihrer Center und Affiliates. Für mich enthalten ist die dort herrschende Gemengelage aus Guru-Tum, Folklore und Fundamentalismus eine Fehlentwicklung, die ich in meinem englischsprachigen Artikel "The Yang Chengfu Center Syndrome Explained" im Detail kritisiere. Ich bin der Meinung, dass das "Tai Chi Zentrum Hamburg eV" sich viel besser zur Weiterentwicklung der guten Seiten des "Yang-Chengfu-Tai-Chi" eignet als die Yang Chengfu Tai Chi Center.

Meister Yang Juns "International Association" brauchte von anfang an ein Korrektiv. Dieses zu etablieren, gelang mir nur mit einem Team von Unterstützern, denen ich hier ganz herzlich danken möchte. Die esoterisch-traditionell ausgerichtete Organisation hat offenen, kritischen Yang-Stilisten hierzulande wenig zu bieten. Entsprechend gering ist der Einfluß ihrer Center und Schulen - so eine Expertise der "Clearing-Stelle Yang-Family-Taijiquan". Gleich in mehrfacher Hinsicht ist das "Tai Chi Zentrum Hamburg eV" mit seinem Arbeitskreis "Yang Chengfu Center Hamburg" eine großartige Alternative zu den Centern des "Taiji-Meisters aus Seattle". Der Hauptaspekt ist die innere Unabhängigkeit der Lehrer - es wird weder Gehorsam noch Loyalität eingefordert. Ein ebenso wichtiger Aspekt ist die hohe Transparenz, die durch Faktencheck und wissenschaftlich-objektive Grundhaltung garantiert wird. Dies wiederum war nur möglich durch die übergreifende Forschung, die immer mehr Irrtümer und Fehleinschätzungen enthüllt. Folklore und Fundamentalismus sollten als solche benannt werden! Der Verein hat somit ein umfassendes Korrektiv geschaffen, das weit über die Grenzen Deutschlands hinaus wirkt. Ich werde dies auf der Folgeseite darlegen mit folgender Gliederung:

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Einführung und Hintergründe:

Meister Yang Jun - die ersten Jahre im Westen

Nach meiner Einladung 1994 hat 13 Jahre lang niemand Yang Jun wieder nach Deutschland eingeladen. Seit der Meister hierzulande wieder ein Jahresseminar abhält, haben auch kritische Fragen wieder zugenommen. Sie umfassen zum einen Unterricht, Bücher, DVDs und andererseits seine Beziehung zu seinem Vater Yang Daofang, seinem Großvater Yang Zhenduo und natürlich im Besonderen seine Stellung zum Urgroßvater Yang Chengfu, dessen gravierende Fehleinschätzungen von den Folgegenerationen ja nie korrigiert wurden. Mehr zu den Lehrgängen in Berlin, Köln, Kiel und Siegen unten.

Als ich Yang Jun anfang der Neunziger Jahre auf Yang-Zhenduo-Seminaren kennenlernte, konnte ich mir noch kein zuverlässiges Bild seiner Persönlicheit machen. Die Seminare in Hamburg, die die Meister auf meine Einladung hin 1994 leiteten, gaben einige Aufschlüsse. Dazu gehörte zweifelsohne seine angenehm zurückhaltende Art als Assistent seines Großvaters. In dem Maße, in dem er dessen Aufgaben nach und nach übernahm und in die Rolle eines Linienhalters hineinwuchs, wurde seine Persönlichkeit natürlich klarer erkennbar. Wesentliche Einblicke ergeben neben seinen Seminaren in erster Linie die offiziellen Verlautbarungen der "International Association", die er 1998 in Seattle mit Yang Zhenduo gründete und welcher er seither als Präsident vorsteht.

Bereits im Vorfeld der Gründung kam es zu auffälligen Entwicklungen, die ich nicht mittragen konnte und wollte. Zum einen war es der "Wude-Moralkodex mit der Einforderung von Gehorsam und Loyalität und zum anderen war es der "Spin", also die Halbwahrheiten und die nicht belegten Tatsachenbehauptungen der Meister. Trug Yang Zhenduos erstes Buch noch den Titel "Yang-Style Taijiquan", so wurde die Yang-Chengfu-Form dann plötzlich als "Traditional Yang Family Taijiquan" bezeichnet. All diese Rahmenbedingungen erwiesen sich als unvereinbar mit westlichen Standards der Gesundheitsbildung. Meine Studien und Recherchen führten 1999 dazu, dass ich als Geschäftsführer des "Tai Chi Zentrum Hamburg eV" es ablehnte, ein "Yang Chengfu Tai Chi Center Hamburg" zu gründen. Ich habe dies im Detail beschrieben in dem englischsprachigen Artikel "The Yang Chengfu Center Syndrome Explained".

Meister Yang Jun - Familienpolitik und "Political Correctness"

Die traditionelle Verpflichtung, das Familienerbe zu wahren und weiterzugeben ist für Yang Jun sicher keine freiwillige Entscheidung gewesen. Vielmehr ist sie eine große Last mit wenig Spielraum zu Gestaltung. Zudem hat dieses Wushu-Gebot einen eingebauten Webfehler, da der "Seattle-Clan" dabei ja mit dem besser aufgestellten "Hongkong-Clan" konkurriert. Dieses leidige Dilemma hängt wie ein Damokles-Schwert über ihm.

Der Meister ist wohl vom Charakter her eher ein "Partei-Soldat", der den Ansprüchen seines Großvaters genügen möchte. Auf die Mithilfe der zerstrittenen Clans kann er dabei nicht hoffen. Mit der zunehmenden Einbindung einiger Großmeister der anderen chinesischen Familienstile mag er zwar seine Position nach außen stärken, aber unter dem Strich handelt er sich ganz sicher auch beträchtliche Abhängigkeiten ein. Man denke nur an die peinliche Bemerkung, das Üben anderer Stile würde die eigene Form verbessern. Auch seine Abänderungen der Taiji-Langform sind m. E. diesen Annäherungen geschuldet.

Yang Jun scheint mir eher ein "Getriebener" zu sein als ein "Macher". Seine ihm auferlegte Rolle als "Linienhalter" und die fehlenden Belege machen ihm eine plausible Rechtfertigung auch schwer - klar dass er sich lieber in der Rolle des "direkten Yang-Zhenduo-Schüler" sehen möchte als in der fiktiven Generationen-Folge, die ja nur ein Yang-Zhenduo-Wunschtraum ist. Klar Stellung zu beziehen ist seine Sache nicht - etwa wenn er darauf hinweist, dass das 1. Prinzip "Kopf gerade" 14 verschiedene Bedeutungen hätte.

Bei Yang Jun wird für mich nie so recht deutlich, womit er sich wirklich identifiziert und was er lediglich als Mittel zum Zweck ansieht. Ist ihm der IA-Satzungszweck, "der Menschheit zu helfen" ein tiefes Bedürfnis? Und verfaßte der Meister den peinlichen Webauftritt auf esoguru.com wirklich aus innerer Überzeugung. Sollte er wirklich nichts von der Angreifbarkeit seiner Prüfungsfragen wissen oder geht es ihm bei der Ranking-Prozedur um die Prüfung der Gesinnung?

Meint der Großmeister auch, was er sagt? Diese provokativ klingende Frage ist rhetorisch gemeint.  Des Meisters unbekümmertes Umgehen mit Bezeichnungen und Begriffen ist für westliche Menschen ein stetiger Stein des Anstoßes. So trägt ja die von ihm gegründete "International ... Association" gleich zwei unterschiedliche Namen, die völlig unterschiedliche Zielsetzungen implizieren.

Gar nicht nachvollziehbar sind die völlig unterschiedlichen Titel-Bezeichnungen, mit denen er offizielle Schriftstücke wie Zertifikate unterzeichnet. Und als er nach 25 Jahren (!) die Bezeichnung "traditionelles Tai Chi" öffentlich in einem Interview festzulegen versuchte, stellte er sich mit seiner Unlogik unversehens in Widerspruch zu seinem Großvater bzgl. der Rolle der Yang-Chengfu-Tai-Chi-Prinzipien.

M. E.  müßte Yang Jun stichhaltiger und ernsthafter kommunizieren - besonders jenseits von Seminaren und wohlfeilen "social-media-echochambers". Bei Kritik sollte er nicht reflexhaft "Respekt" einfordern sondern seine angebliche Offenheit beweisen. Doch westliche ideologie-freie Sehweisen sind seine Sache nicht.

 


 

 

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